Information statt Vorurteile

Information statt Vorurteile!
Das Drogeninfo-Projekt Drug Scouts aus Leipzig

Gerade wenn es um Jugendschutz geht, gerät das Thema Drogenkonsum in den Fokus der Öffentlichkeit. In Sachsen sorgte diesbezüglich die Drogenpolitik der Stadt Leipzig immer wieder für Diskussionen. Während Polizei und CDU diese kritisierten, begrüßten SPD, LINKE und die Grünen im Leipziger Stadtrat das Modell der akzeptierenden und aufklärenden Präventionsarbeit.

Erschienen in „Corax – Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen“, Ausgabe 1/2012

In einer Erklärung formulierten Katharina Krefft, (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN), Juliane Nagel (DIE LINKE) und Mathias Weber (SPD): “Wir halten an unserer Position fest: die drogenpolitische Strategie der Stadt Leipzig ist richtig. Sie ist politisch diskutiert, kontrolliert und flankiert. Seit Jahren gibt es auf der Handlungsebene eine gute Kommunikation und Kooperation zwischen Kommune, Vereinen und Polizei.“ Zum Projekt Drug Scouts sagen sie: “Mit seinem lebensweltlichen und akzeptierenden Ansatz sind die Aufklärungsangebote der Drug Scouts bundesweit fast einmalig. Wir stehen zu diesem progressiven und wirksamen Projekt. Das vielfach gelobte Präventionsangebot der Drug Scouts wird unter anderem vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz empfohlen.“

Im CORAX äußern sich nun die Kollegen und Kolleginnen der Drugscouts zum Thema Drogenkonsum im Jugendalter und ihrer Arbeit.

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Zwischen Fachlichkeit und Symbolpolitik:
Seit einem Jahr wird über die Drogenfreundlichkeit der Stadt Leipzig diskutiert. Ein Ende ist nicht in Sicht

von Thyra Veyder-Malberg,
erschienen im Leipziger Stadtmagazin kreuzer – Ausgabe 04/2012, Seite 19

Holger Herzog steckt die drogenpolitische Debatte des vergangenen Winters noch in den Knochen. Als Geschäftsführer des Suchtzentrum Leipzig ist er unter anderem für das Projekt Drug Scouts mitverantwortlich, das damals vor allem für seinen akzeptierenden Ansatz in die Kritik geriet.

Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski hatte der Stadtverwaltung vorgeworfen, mit ihrer „Wohlfühlpolitik“ Leipzig für Süchtige erst attraktiv zu machen, und damit großes mediales Echo geerntet. Dies würde die Beschaffungskriminalität in die Höhe treiben, argumentierte Wawrzynski.

Die Einseitigkeit der medialen Debatte ärgert Herzog heute noch. „Drogenkonsum i´st eine Realität, der man sich stellen muss“, sagt er. „Wenn man nur einen abstinenzorientierten Ansatz verfolgt, erreicht man viele der Betroffenen nicht.“ Nur ein System aus verschiedenen Hilfsangeboten würde zum Erfolg führen. Und als Teil dieses Systems müsse man die Drug Scouts verstehen.

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„Chill Out“ bezieht offiziell neues Domizil

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Flurgespräche im Freiland
„Chill Out“ bezieht offiziell sein neues Domizil

POTSDAM / TELTOWER VORSTADT – Die letzten Tage und Wochen liefen die Arbeiten noch einmal auf Hochtouren: „Es ist noch nicht alles total perfekt, aber der Großteil ist geschafft“, sagt Annett Bauer, die Vorstandsvorsitzende von „Chill Out“.

Für die Gründerin ist der Umzug des Vereins zur Förderung akzeptierender Drogenarbeit „ein Schritt nach vorn, aber auch back to the roots.“

MAZ, 03.04.2012
Von Stephan Henke

Damit meint die Vereinsgründerin, dass am alten Standort im Haus der Jugend der Draht zu den Jugendlichen verloren ging, „in den letzten Jahren hatten wir kaum Zielgruppenkontakt.“

Im Freiland soll sich das ändern, schließlich sind die Jugendlichen gleich vor Ort. Bauer verspricht sich davon auch, wieder mehr Nachwuchs an den Verein ziehen zu können. Außerdem sieht sie den Vorteil der kurzen Wege, das Freiland ist für sie „ein total cooler Knotenpunkt.“

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Die Stärkung des Ichs
Drogen- und Suchtberatungsstelle von „Chill Out“ eröffnete neues Domizil auf dem „Freiland“-Areal

PNN, 03.04.2012
von Steffi Pyanoe

Innenstadt – Die Klienten da abholen, wo sie sind – der gern zitierte Anspruch ist auch maßgeblich für die Arbeit der „Chill Out“-Mitarbeiter. Am gestrigen Montag wurde das neue Domizil des Vereins, der seit 1997 Sucht- und Drogenberatung sowie Präventionsarbeit anbietet, auf dem Freiland-Gelände in der Friedrich-Engels-Straße 22 eröffnet.

„Mit unserem offenen Haus passen wir gut hierher. Die Verzahnung von Jugendkulturarbeit und -sozialarbeit ist uns wichtig“, sagte Rüdiger Schmolke, Leiter der Suchtpräventionsfachstelle. Der Umzug aus der Schulstraße hat weiterhin den Vorteil, dass sich die Fläche der Räumlichkeiten verdoppelt: Zwei große Büro- und Besprechungsräume sowie zwei Beratungsräume erlauben Rückzugsmöglichkeiten für kleinere und größere Gruppen.

Zur Eröffnung kam neben Vertretern des Jugendhilfeausschusses und Martin Staege, Regionalleiter der Berliner Volksbank, die einen neuen Fußboden gesponsert hatte, die Bereichsleiterin regionale Kinder- und Jugendhilfe, Bärbel Stooß. 133 800 Euro bekommt der Verein in diesem Jahr von der Stadt für 2,5 Personalstellen, Betriebskosten und die Miete, die nun an „Freiland“ fließt. „Wir brauchen das Angebot des Vereins, das ist eine qualitativ hochwertige Leistung“, sagte Stooß.

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