Das Berliner Drugchecking-Programm von Eve & Rave e.V.

Bei gefährlichen Proben wurden Warnflyer in Berliner Szenelokalitäten verteilt. Die Ergebnisse wurden zu Listen zusammengefasst und von der Deutschen Aidshilfe in ihrem Rundbrief an alle deutschen Aidshilfen versändet. Später wurden die Testergebnisse auch auf der Homepage der Giftinformationszentrale Bonn (Universitätsklinikum der Rheinischen Friedrich Wilhelm Universität Bonn und Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen) veröffentlicht.


Etwa drei Monate nach Beginn des Berliner Drugchecking-Programms kam es wegen des Verdachts des unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln zur Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens, dass in der polizeilichen Durchsuchung der Vereinsräume von Eve and Rave und des Gerichtsmedizinischen Instituts der Charité mündete. Gegen drei Vereinsmitglieder, die Betäubungsmittel in das Gerichtsmedizinische Institut gebracht hatten, wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet und durch die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Im Zuge des mehrjährigen Verfahrens lehnten schließlich sowohl das Amtsgericht Tiergarten als auch das Landgericht Berlin die Eröffnung eines Hauptverfahrens ab und stellten fest, dass das durch die Vereinsmitglieder von Eve and Rave praktizierte Verfahren zur Durchführung von Drugchecking nicht gegen geltendes Recht verstoßen hatte. Unter dem Titel „Durchbruch beim Drugchecking“ veröffentlichte die taz am 07.07.1999 einen entsprechenden Artikel.

Da das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jedoch zwischenzeitlich dem beteiligten Analyseinstitut die Erlaubnis entzogen hatte, Substanzproben zum Zwecke des Drugchecking entgegenzunehmen, war eine Wiederaufnahme des Programms nach Abschluss des Verfahrens im Jahre 1997 nicht möglich.