Drugchecking bei Freiraum e.V.

Im Februar 1999 verabschiedeten Vertreter von so genannten Szeneorganisationen die „Berliner Resolution der Selbstorganisationen aus der Party- und Technoszene zum Drug-Checking“ (Downloadmöglichkeit auf der Website von Eve & Rave Berlin [PDF 11 KB]). Darin forderten sie die Fortführung und Weiterentwicklung von Drugchecking-Programmen in Deutschland und schlossen sich damit dem Appell einer schon 1997 in Münster formulierten Resolution (Downloadmöglichkeit bei Eve & Rave Berlin [PDF 22 KB])im Grundsatz an. Die Bundesregierung wurde ferner aufgefordert, so bald wie möglich eine Anhörung zum Drugchecking zu veranstalten.

Im Juli 1999 lud das Bundesministerium für Gesundheit Vertreter mehrerer Bundesbehörden, Experten aus dem Drogenbereich, Vertreter von Szeneorganisationen und aus Institutionen des Drogenhilfesystems zu einer Besprechung „betreffs der Schadensminimierung beim unbefugten Drogenkonsum durch Drug-Checking“ ein. Das Gespräch hatte zum Ziel zu erörtern, „…ob und unter welchen Bedingungen Drugchecking geeignet sein kann, einen Beitrag zur Schadensminimierung beim unbefugten Drogenkonsum zu leisten und im Rahmen des Betäubungsmittelgesetzes zulässig ist.“ Am Ende des Gesprächs wurden die Vertreter der Szeneorganisationen aufgefordert, ihre Vorstellungen über die Bedingungen und zur Umsetzung von Drugchecking schriftlich darzulegen. Das Konzept der Szeneorganisationen sollte sich auf die Organisation eines Monitoring-Systems und auf Drugchecking vor Ort beziehen, aber Vorstellungen zu den präventiven Auswirkungen von Drugchecking beinhalten. Unter den Anwesenden bestand Übereinstimmung darin, die Diskussion über die Gesamtproblematik fortzusetzen, die angekündigte Konzeption sollte hierfür als Grundlage dienen. Einladung und Gesprächsverlauf sind im Anhang des Drugchecking-Konzepts des techno-netzwerks berlin [PDF 1,6 MB] dokumentiert. Der Ankündigung, die Diskussion mit den Szeneorganisationen fortzusetzen, kam das Bundesministerium allerdings nicht nach.

Im September 2001 veranstaltete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Seminar „Drogenkonsum in der Partyszene – Entwicklungen und aktueller Kenntnisstand“. Drugchecking bildete einen Arbeitsschwerpunkt der Tagung. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe zum Drugchecking war es, den Nutzen von Drugchecking zu bewerten sowie möglichst viele Pro- und Kontra-Argumente zu Drugchecking zu sammeln und zu erörtern, um schließlich am Ende ein abgestimmtes Arbeitsergebnis zu erreichen. Eine inhaltliche Grundlage für die Diskussion in stellte ein zuvor erarbeitetes, mit der BZgA abgestimmtes Thesenpapier zu den Bereichen Definition, Nutzen, Erreichbarkeit von Adressaten, Praxisrelevanz, Sicherheit und Verantwortung, technische Sicherheit, Evaluation und Rechtsicherheit von Drugchecking dar. Als wichtigstes Ergebnis verabschiedete die Arbeitsgruppe, als Ergänzung der bestehenden Leitlinien zur Prävention des Ecstasykonsums der BZgA folgende zusätzliche Leitlinie vorzuschlagen: „Im Rahmen einer wissenschaftlichen Evaluation ist zu überprüfen, ob Drugchecking ein geeignetes Instrument der Prävention darstellt. In diesem Zusammenhang wäre das Erreichen insbesondere folgender Ziele zu prüfen: Erhöhung der Reichweite des Hilfesystems (Akzeptanz der Maßnahmen), Reduzierung von konsumbedingten Risiken (Rezeption der Analyseergebnisse), nichtintendierte Wirkungen sowie die Effektivität der Maßnahme und die Effizienz der Methode.“ Das Thesenpapier sowie die Ergebnisse zu einzelnen Fragestellungen sind in der Dokumentation der Tagung [PDF 1,3 MB] aufgeführt.