Drugchecking in Apotheken

Adressaten der Betäubungsmittel-Analytik in Apotheken sind vor allem besorgte Eltern, die bei ihren Kindern verdächtige Substanzen gefunden haben. Die Analyse kann im apothekeneigenem Labor erfolgen, das Bestandteil jeder öffentlichen Apotheke sein muss. Des Weiteren können Apotheken die Proben in zur Betäubungsmittel-Analytik berechtigten Laboratorien schicken.

In der gängigen Praxis nehmen öffentliche Apotheken zwar betäubungsmittelverdächtige Substanzen entgegen. Da die apparativen Voraussetzungen in den meisten Laboratorien öffentlicher Apotheken für eine umfassende Analyse aber nicht gegeben sind, werden diese dann zur Untersuchung weitergeleitet, unter anderem in das Zentrallabor Deutscher Apotheker (ZL) in Eschborn. Laut telefonischer Auskunft erhalten Verbraucher gegen Zahlung einer Gebühr von € 100,- + MWSt nach einer Bearbeitungszeit von etwa 10 Tagen vom Apotheker vor Ort eine mündliche Auskunft darüber, welche gängigen illegalen psychoaktiven Substanzen sich in der Probe fanden. Eine Ermittlung der Substanzdosierung ist möglich, wird aber nur gegen einen je nach Art der Droge variablen Aufpreis geleistet.

Einen dem Zentrallabor vergleichbaren Service bietet die Krankenhausapotheke der Rheinischen Landesklinik Viersen (Bild rechts) an. Laut telefonischer Auskunft belaufen sich die Kosten hier auf € 20,- pro Substanzprobe, die Bearbeitung dauert etwa eine Woche. Auch hier wird dem Verbraucher am Ende mitgeteilt, welche gängigen illegalen psychoaktiven Substanzen gefunden wurden. Eine Ermittlung der Dosis ist hier jedoch ausgeschlossen. Im Jahr 1997 berichtete das Nachrichtenmagazin Focus über das Drogentestangebot für besorgte Eltern. 2001 veröffentlichte die Krankenhausapotheke in Viersen einen Artikel über ihr Angebot in der Pharmazeutischen Zeitung.

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