Konsum in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Konsum in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
Bedeutung, Risiko, Unterstützung/Intervention

Die neue Clique, die ersten Partys ohne Eltern, die erste Liebe, das erste Mal… Jugend ist die Zeit des Experimentierens und Ausprobierens auf dem Weg zur Entwicklung einer eigenen Identität und eines eigenen Lebensstils. In ihrer Demonstration von Unabhängigkeit und Erwachsensein testen Jugendliche auch Grenzen aus und übertreten diese selten ganz bewusst.

Konsum (nicht nur von Drogen!) spielt dabei eine zentrale Rolle: Einerseits spielen Jugendliche bewusst mit rauschhaften Erfahrungen, Übersteigerungen und Regelverletzungen, andererseits sehen sie sich der Herausforderung gegenüber, einen (selbst)kontrollierten Umgang mit ihrem Konsum zu erlernen.

Vordergründiges Ziel der Fortbildung ist es, grundlegende Erkenntnisse der Entwicklungs- und Sozialpsychologie mit denen der Drogen- und Suchtforschung zu verbinden und einer ersten Risikoeinschätzung bzgl. unterschiedlicher persönlicher Voraussetzungen und Ressourcen bei den Jugendlichen sowie divergierenden jugendlichen Konsummustern und Konsumtrends anzunähern, um hieraus Ideen und Impulse für die alltägliche Arbeit mit Jugendlichen mitzunehmen.

Dieses Seminar widmet sich daher Fragen wie:

  • Was sind die zentralen Entwicklungsaufgaben Jugendlicher, welche Rolle spielt (Drogen)Konsum dabei?
  • Wie lässt sich Risikoverhalten Jugendlicher erklären? Welche unterschiedliche Relevanz besitzt Risikoverhalten in der Identitätsfindung von Jungen und Mädchen?
  • Wie entsteht Abhängigkeit/Sucht, was gilt als suchtgefährdend, ab wann gilt man als süchtig?
  • Welche Ressourcen schützen vor Suchtentstehung? Wie lassen sich Ressourcen gewinnen, welche Unterstützungsmöglichkeiten habe ich?

Neben einer Einführung in die Erkenntnisse und den aktuellen Stand jugendlicher Entwicklung und Konsumrisiken werden Beispiele für gelungene Prävention und Interventionen in der Arbeit mit Jugendlichen vorgestellt.

Themen (1 Tag):

  • Jugendliche Lebenswelten:
  • Jugendliche Identität und zentrale Entwicklungsaufgaben
  • Risikoverhalten im Jugendalter
  • Jugend und Konsum:
  • Motive, Funktion und Bedeutung von (Drogen)Konsum
  • Konsum und Gender: Jungen/Mädchen konsumieren verschieden
  • Konsum und Abhängigkeit:
  • Modernes Suchtverständnis, aktuelle Erkenntnisse zur Suchtentstehung
  • Mögliche Risikofaktoren und Signale für Konsum Suchtgefährdung
  • Von der Suchtprävention zur Risikokompetenz:
  • Wirksame ressourcenorientierte Ansätze
  • Pädagogische Handlungsfelder und Hilfemöglichkeiten

Vertiefung (2. Tag, optional)

  • Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung von Unterstützungs- und Interventionsansätzen (Reflexion von Ressourcen und Kompetenzen)
  • Methoden der Selbstreflexion (eigene Haltung und Perspektivübernahme)
  • Möglichkeit der Fallbearbeitung
  • Interaktive Methoden der Risikokommunikation mit (Kindern und) Jugendlichen

Die Teilnehmer_innen erhalten eine umfassende Handreichung.

  • ReferentInnen: Katharina Richter, Rüdiger Schmolke
  • Zeitumfang: 1 bis 2 Tage
  • Kosten: € 500,-/Tag plus ggf. Fahrtkosten (MWSt fällt nicht an)