Suchtprävention in der Schule

Suchtprävention ist als Teil der Sozial- und Gesundheitserziehung ein wichtiger Aspekt des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schule. Studien haben nachgewiesen, dass die Durchführung guter Suchtpräventionsprogramme den Informationsstand der Schüler zu Konsumfragen nachhaltig verbessert und auch zu positiven Einstellungs- und Verhaltensänderungen führt. Gute Suchtprävention hat zudem auch Nebeneffekte und führt z. B. zu einer Verbesserung des Klassenklimas und einem Nachlassen von Mobbing und Gewalt.

Was ist „gute“ Suchtprävention?

Ziel moderner Suchtpräventionsprogramme ist es nicht, jeglichen Substanzkonsum und riskante Verhaltensweisen zu verhindern, sondern gesundheitsfördernde Ressourcen und Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln, gesunde Verhaltensweisen zu unterstützen und Handlungskompetenzen im Umgang mit Konsum zu vermitteln, die besonders riskantes oder süchtiges Verhalten verhindern. Dadurch wird die kritische Reflexion von Konsum gefördert und die Motivation zur Reduktion des Konsums und zur Abstinenz unterstützt. Suchtprävention beschäftigt sich mit allen Formen von riskantem Konsum und süchtigem Verhalten, bezieht sich also auf legale und illegale Substanzen, daneben aber auch auf Verhaltensweisen wie Medienkonsum oder Krankheitsbilder wie Essstörungen. Dabei arbeitet sie nicht mit abschreckenden, sondern mit fördernden und unterstützenden Methoden

Gute Suchtprävention erreicht die Dialoggruppen frühzeitig (am besten bereits im frühen Kindesalter) und zunächst mit einem niedrigschwelligen Angebot. Zudem sind gute Maßnahmen settinggerecht umgesetzt, indem sie unterschiedlichen Lebenswelten, -weisen und -stile von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt der Intervention stellen. Außerdem zeichnet sich hochwertige Suchtprävention dadurch aus, dass sie sich stets einem ganzen Bündel verschiedener Strategien bedient. Suchtprävention basiert also nicht auf einzelnen Vorträgen von Experten oder einmaligen Aktionen, sondern setzt auf langfristige, vernetzte Projektarbeit.

Die Kultusministerkonferenz hat im November 2012 in einem Beschluss Ziele, Grundsätze und Empfehlungen zur Umsetzung von Gesundheitsförderung und Suchtprävention verabschiedet, der diese Qualitätsmerkmale beinhaltet. Auch Fortbildungen für Schulleitungen und Lehrkräfte bilden demnach einen wichtigen Baustein für Gesundheitsförderung und Suchtprävention im Schulsetting.