Presseartikel in der MAZ vom 28.05.2003

 

Drogenberatung wird eingestellt


Betroffen über den wahrscheinlichen Verlust eines seiner wichtigsten Tätigkeitsbereiche ist der Verein für akzeptierende Drogenarbeit "Chill out". Durch die anhaltende Haushaltssperre des Landes kann das Gesundheitsamt momentan eine mit GfG- Mitteln bezahlte Stelle in der Drogenberatung nicht mehr finanzieren. "Wir sehen keine andere Möglichkeit, als der Kollegin in der Beratungsstelle per 30. Juni zu kündigen", so Frank Prinz-Schubert von der Drogenberatungsstelle, der es jedoch als "ethische Pflicht" versteht, den derzeitigen Klientel einen Übergang in andere Behandlungseinrichtungen zu schaffen. Beibehalten wird auch zukünftig die Präventionsarbeit, die Chill out wöchentlich in Schulen und Freizeiteinrichtungen anbietet. Auch ein Workshop zum Thema der Versorgung von heroinabhängigen Patienten in Potsdam soll wie geplant im Juni statt finden. Die Veranstaltung wird sich mit den Möglichkeiten etwa einer Methadon-Behandlung befassen.
Potsdams Amtsärztin Karola Kaiser bedauerte den Wegfall des Angebots der Drogenberatung, das sich besonders an die Gruppe von jungen Menschen mit Suchtproblematik gerichtet und dort eine hohe Akzeptanz erfahren habe. Die fachliche Kompetenz des Vereins sei auch gegenüber dem Land immer hervor gehoben worden. Da unklar ist, wann die Gelder aus dem Topf der Mittel für Gemeindefinanzierung wieder an Kommunen fließen, sei für Vereine wie Chill out im Moment "Durchhaltevermögen" vonnöten.
ir


Wir fordern weiterhin von den politischen Entscheidungsträgern, die Existenz der bedarfsorientierten niedrigschwelligen Drogenberatung im Rahmen eines städtischen Suchthilfeverbundsystems nicht nur zu wollen, sondern die Grundlagen für eine langfristige und gesicherte Arbeit zu schaffen.

Wer uns in unserer Arbeit unterstützen möchte schickt uns eine e-mail oder ruft uns unter 0331-7405540 (mit AB) an. Wir werden sie über weiter Aktionen auf dem Laufenden halten.


weitere Informationen: