Drogenberatung wird eingestellt
Betroffen über den wahrscheinlichen Verlust eines seiner wichtigsten
Tätigkeitsbereiche ist der Verein für akzeptierende Drogenarbeit
"Chill out". Durch die anhaltende Haushaltssperre des Landes
kann das Gesundheitsamt momentan eine mit GfG- Mitteln bezahlte Stelle
in der Drogenberatung nicht mehr finanzieren. "Wir sehen keine
andere Möglichkeit, als der Kollegin in der Beratungsstelle per
30. Juni zu kündigen", so Frank Prinz-Schubert von der Drogenberatungsstelle,
der es jedoch als "ethische Pflicht" versteht, den derzeitigen
Klientel einen Übergang in andere Behandlungseinrichtungen zu
schaffen. Beibehalten wird auch zukünftig die Präventionsarbeit,
die Chill out wöchentlich in Schulen und Freizeiteinrichtungen
anbietet. Auch ein Workshop zum Thema der Versorgung von heroinabhängigen
Patienten in Potsdam soll wie geplant im Juni statt finden. Die Veranstaltung
wird sich mit den Möglichkeiten etwa einer Methadon-Behandlung
befassen.
Potsdams Amtsärztin Karola Kaiser bedauerte den Wegfall des Angebots
der Drogenberatung, das sich besonders an die Gruppe von jungen Menschen
mit Suchtproblematik gerichtet und dort eine hohe Akzeptanz erfahren
habe. Die fachliche Kompetenz des Vereins sei auch gegenüber
dem Land immer hervor gehoben worden. Da unklar ist, wann die Gelder
aus dem Topf der Mittel für Gemeindefinanzierung wieder an Kommunen
fließen, sei für Vereine wie Chill out im Moment "Durchhaltevermögen"
vonnöten.
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