| PNN 14.07.2003 | ||
| Brief an den Oberbürgermeister
Sehr geehrter Herr Jakobs, wir wenden uns mit der Bitte an Sie, die
Kündigung der Fördermittel für die Suchtberatungsstellen
umgehend zurück zunehmen. Durch die Kündigungen sind nicht
nur die Suchtberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände mit ihren
Mit-arbeitern betroffen, sondern auch die Wir, die Freie Selbst Hilfe Gruppe Potsdam (FSHG), die sich unter dem
Dach der Suchtberatungsstelle der AWO in der Berliner Straße 132
wöchentlich zu den Gruppennachmittagen zusammen findet, müssen
dann nach 10 Jahren erfolgreicher Selbsthilfearbeit unsere Tätigkeit
einstellen. Wir werden „obdach- FSHG bedeutet auch: „Fähigkeiten stärken; Schwierigkeiten überwinden; Hilfe an nehmen und Gemeinsamkeiten entdecken." Unter dem Motto „Gemeinsam Alkoholfrei durch's Leben!" trafen sich in den Räumen der AWO Potsdam 1993 die ersten Betroffnen. Über die Jahre haben sehr viele Menschen bei uns Hilfe und Rat gesucht Wir haben zur Zeit drei Gruppen, die sich am Montag, Dienstag und Donnerstag treffen. Alle drei Gruppen sind mit durchschnittlich 20 Anwesenden im wahrsten Sinne voll, aber im Anbetracht der derzeitigen Lage, werden wir keine neue Gruppe eröffnen. Die Situation in der Suchtberatungsstelle, die eben falls drei moderierte Gruppen regelmäßig betreut, ist ähnlich. Viele Gruppenfreunde sind seit Jahren in der FSHG aktiv und bringen durch ihre jahrelange Sucht-Abstinenz einen gewaltigen Erfahrungsschatz ein. FSHG ist heute mehr als nur eine Gesprächsgruppe - wir stellen uns regelmäßig auf der Entgiftungsstation des Potsdamer Klinikums „Ernst von Bergmann" vor, organisieren Workshops und gestalten ein Stück unserer Freizeit gemeinsam. Über unsere Homepage im Internet versuchen wir auch die Ab hängigen zu erreichen, die sich noch nicht trauen, die Beratungsstellen aufzusuchen, Alle diese Aktivitäten sind mit Geld verbunden, das auch bisher schon knapp war. Es ist schon absurd: Das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam beschließen,
die Fördergelder für die Suchthilfe drastisch zu kürzen
bzw. völlig zu streichen, während das Bundeskabinett einen
„Aktionsplan Drogen und Sucht" verabschiedet hat (25. 6,
2003), der sich mit der Problematik befasst wie in den nächsten
zehn Jahren Suchtkrankheiten bekämpft werden sollen. Im Vordergrund
hierbei sollen Prävention und Enttabuisierung von Sucht sowie Hilfe
für Abhängige stehen. Wird so der Aktionsplan des BRIGITTE JOHN, FRITZ HILLE |
||