Presseartikel in der PNN vom 27.05.2003

 

Richtigstellung:

Falsch ist, dass unsere Beratungsstelle "nicht das einzige niederschwellige Angebot der Stadt" sei.

Es ist doch immer wieder verwunderlich wie leichtsinnig mit Begriffen umgegangen wird. Das es in dieser Stadt noch weitere Drogenberatungsstellen gibt wurde zu keiner Zeit angezweifelt. Ganz im Gegenteil wurde in der Presseerklärung explizit darauf hingewiesen, dass unsere akzeptierende, niedrigschwellige Beratung in einem Suchthilfeverbundsystem existieren muß. Wer behauptet mit seinem Angebot alle Betroffenen zu erreichen und ihnen adäquate Hilfe anbieten zu können macht sich unglaubwürdig. So verschieden wie die Menschen müssen auch die Hilfsangebote sein.
Was in diesem Zusammenhang der Begriff der Niedrigschwelligkeit (bzw. "niederschwellig") bedeutet scheint hier für die Sprecherin des Presseamtes der Stadt Potsdam, Frau Haack, nicht sonderlich von Bedeutung zu sein. Das ist besonders bedauerlich, da unser Verein seit nunmehr fünf Jahren für die Stadt und deren Bürger dieses Angebot etablieren konnte. Dies konnte nur geschehen, da es bis heute keine weiteren Ansätze für eine niedrigschwellige, akzeptanzorientierte Drogenberatung gibt. Fakt ist, dass ein niedrigschwelliges Angebot sich in besonderer Weise darum bemühen muß den Zugang zum Beratungsangebot mit so wenig "Schwellen" wie möglich anzubieten. Dies bedeutet, dass ein solchen Angebot im Sinne der Betroffenen entstehen muß. Es geht hier um einen Dialog - keine repressiven Veränderungsappelle die häufig an der Realität der Betroffenen vorbeigehen.
Als Ergebnis unserer langjährigen Arbeit können wir sagen, dass unser Angebot von den Betroffenen akzeptiert ist.

Falsch ist, dass es keine Zusagen für eine Förderung gegeben hätte!

Dem Träger wurde eine vorläufige Förderung der Beratungstelle durch das Gesundheitsamt bis Ende August zugesagt. Die noch vorhandenen Mittel waren also bereits geplant und im Haushalt reserviert. Warum nun diese Mittel nicht mehr vorhanden sein sollen ist uns, dem Träger, schleierhaft. Zudem bemängeln wir neben der allgemeinen Finanzierungspraktik vor allem die Informationspolitik. Wie kann es sein, dass wir als Träger noch nicht einmal 4 Woche vor dem Ende der Förderung eine telefonische Information erhalten? Hat es sich noch nicht herungesprochen das es Arbeitsverträge und Kündigungsfristen gibt? Zudem muss den Verantwortlichen klar sein, dass wir als Träger kaum die finanziellen Möglichkeiten haben ein solches Angebot aus eigener Kraft aufrecht zu erhalten.

Wir fordern weiterhin von den politischen Entscheidungsträgern, die Existenz der bedarfsorientierten niedrigschwelligen Drogenberatung im Rahmen eines städtischen Suchthilfeverbundsystems nicht nur zu wollen, sondern die Grundlagen für eine langfristige und gesicherte Arbeit zu schaffen.

Wer uns in unserer Arbeit unterstützen möchte schickt uns eine e-mail oder ruft uns unter 0331-7405540 (mit AB) an. Wir werden sie über weiter Aktionen auf dem Laufenden halten.


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