Presseartikel in der PNN vom 28.05.2003

Durststrecke

VON NICOLA KLUSEMANN

Der Verein zur Förderung akzeptierender Drogenarbeit "Chill out" fühlt sich
von der Stadt schlecht behandelt. Erst gab es eine vage Zusicherung der Finanzierung einer Drogenberaterin für das ganze Jahr, dann bis August und schließlich der Anruf, dass das Geld nur bis Mitte Juni reiche. Traurigerweise ist der
Trägerverein einer Kontakt- und Beratungsstelle in der Feuerbachstraße nicht
die einzige Institution der mehr und mehr der Geldhahn zugedreht wird. Besonders in den Bereichen Jugend, Soziales und Gesundheit dringen Fördermittel und Zuwendungen nur noch Tröpfchenweise durch. Auf viele Verein und Verbände kommen lange Durststrecken zu. Und es hängt hier wie überall nicht so sehr am Unwillen der Stadt, als vielmehr an der mangelnden Zahlungsbereitschaft des Landes, das seinerseits auch einen strammen Sparkurs verfolgt. Außerdem hat es die Verteilung anhand des Gemeindefinanzierungs-gesetzes (GFG) noch nicht vorgenommen. "Chill out" und viele andere aus den oben genannten Bereichen hängen an dieser Quelle, die nicht sprudeln will. Das Land setzt auf Zeit. Wie lange es noch dauern wird, bis die dringend gebrauchten "Mittel fließen, weiß niemand. Durchhaltevermögen ist gefragt, was aber die kleinen Vereine nicht haben können. "Chill out" jedenfalls will der Drogenberaterin kündigen und die Beratungstätigkeit einstellen, vielleicht auch, um ein Zeichen zu setzen.


Wir fordern weiterhin von den politischen Entscheidungsträgern, die Existenz der bedarfsorientierten niedrigschwelligen Drogenberatung im Rahmen eines städtischen Suchthilfeverbundsystems nicht nur zu wollen, sondern die Grundlagen für eine langfristige und gesicherte Arbeit zu schaffen.

Wer uns in unserer Arbeit unterstützen möchte schickt uns eine e-mail oder ruft uns unter 0331-7405540 (mit AB) an. Wir werden sie über weiter Aktionen auf dem Laufenden halten.


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