Durststrecke
VON NICOLA KLUSEMANN
Der Verein zur Förderung akzeptierender Drogenarbeit
"Chill out" fühlt sich
von der Stadt schlecht behandelt. Erst gab es eine vage Zusicherung
der Finanzierung einer Drogenberaterin für das ganze Jahr, dann
bis August und schließlich der Anruf, dass das Geld nur bis Mitte
Juni reiche. Traurigerweise ist der
Trägerverein einer Kontakt- und Beratungsstelle in der Feuerbachstraße
nicht
die einzige Institution der mehr und mehr der Geldhahn zugedreht wird.
Besonders in den Bereichen Jugend, Soziales und Gesundheit dringen Fördermittel
und Zuwendungen nur noch Tröpfchenweise durch. Auf viele Verein
und Verbände kommen lange Durststrecken zu. Und es hängt hier
wie überall nicht so sehr am Unwillen der Stadt, als vielmehr an
der mangelnden Zahlungsbereitschaft des Landes, das seinerseits auch
einen strammen Sparkurs verfolgt. Außerdem hat es die Verteilung
anhand des Gemeindefinanzierungs-gesetzes (GFG) noch nicht vorgenommen.
"Chill out" und viele andere aus den oben genannten Bereichen
hängen an dieser Quelle, die nicht sprudeln will. Das Land setzt
auf Zeit. Wie lange es noch dauern wird, bis die dringend gebrauchten
"Mittel fließen, weiß niemand. Durchhaltevermögen
ist gefragt, was aber die kleinen Vereine nicht haben können. "Chill
out" jedenfalls will der Drogenberaterin kündigen und die
Beratungstätigkeit einstellen, vielleicht auch, um ein Zeichen
zu setzen.
|