Wettbewerb: 13 Klassen blieben rauchfrei

Wettbewerb: 13 Klassen blieben rauchfrei

Immer weniger Zehntklässler in Potsdam greifen in ihrer Freizeit zur Zigarette. Dies berichtete Elona Müller-Preinesberger (parteilos), Beigeordnete für Soziales und Gesundheit, am Donnerstag auf der Abschlussveranstaltung des Nichtraucher-Wettbewerbs „Be Smart – Don’t start“ im UCI-Kino in den Bahnhofspassagen.

PNN, 01.06.2012
von Lukas Nils Regeler

Das Projekt war unter anderem von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits zum 15. Mal veranstaltet worden. In Potsdam beteiligten sich den Angaben zufolge acht Schulen mit insgesamt 22 siebten bis zehnten Klassen an der Aktion. 13 der Schulklassen erreichten das Ziel: 90 Prozent der Schüler einer Klasse sollten ein halbes Jahr lang rauchfrei bleiben.

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Machen wir Frieden mit den Drogen

Legalität als letzter Ausweg
Machen wir Frieden mit den Drogen

Zehntausende Tote hat der Krieg gegen die Kartelle gekostet. Und trotzdem ist er gescheitert. Was, wenn man den Stoff einfach kaufen könnte?

FAS, 02.05.2012
Von Claudius Seidl und Harald Staun

* Die Politik *

Vor vierzig Jahren ging los, was Richard Nixon, damals Präsident der Vereinigten Staaten, den „Krieg gegen die Drogen“ nannte – und weil man ein Pfund Heroin nicht erschießen kann, richteten sich die Kampfhandlungen gegen all die Menschen, die mit den Drogen in Berührung kamen: gegen jene, die diese Drogen nahmen, vor allem die Süchtigen in den Slums der großen Städte; gegen alle, die mit den Drogen handelten, gegen die kleinen Dealer und die großen Händler; gegen die Schmuggler, die Kuriere, die Produzenten. Gegen die Leute, die Crystal Meth kochten, gegen die Chemiker, die Rohopium zu Heroin veredelten. Gegen die Mohnpflanzer in Afghanistan und gegen die Cocabauern im südamerikanischen Hochland. Und wenn es schon sinnlos war, auf Drogen zu schießen, so konnte man doch die Mohnfelder und Cocaplantagen aus der Luft zerstören, mit Gift, mit Bomben, mit schwerem militärischem Gerät.

Wenn man Bilanz ziehen wollte, was dieser Krieg, der andauert, wem gebracht habe: Dann könnte man damit, weil die Opfer so viele und die Schäden unermesslich sind, ein paar tausend Seiten füllen. Man kann sich aber auch ein bisschen kürzer fassen: Die Gefängnisse, vor allem in den Vereinigten Staaten sind voll; der Konsum von Drogen hat aber nicht abgenommen. Im Norden Mexikos sind die Kartelle der Drogenhändler mächtiger als die Polizei, das Drogengeld hat die gesamte Verwaltung korrumpiert.

In den Städten Brasiliens regieren Drogengangs ganze Favelas, in Afghanistan treibt der Drogenkrieg die Bauern an die Seite der Taliban, die ihre Waffen mit Drogengeld finanzieren. In Afrika, wo die Schmuggelrouten nach Europa beginnen, läuft die Entwicklung darauf hinaus, dass mit Drogengeldern ganze Staaten übernommen werden. In Guinea-Bissau, dem kleinen Land an der Westküste Afrikas, dem man nachsagt, dass es fast schon in der Hand der Drogenmafia sei, hat in der vorvergangenen Woche das Militär geputscht, weil der Favorit bei der Präsidentschaftswahl den Drogenhandel bekämpfen wollte. Das Militär verdient mit, und jetzt wird erst mal zwei Jahre lang nicht gewählt.

Der kluge Publizist und Kommentator Fareed Zakaria hat in der vergangenen Woche, auf der Website von CNN, dennoch versucht, aus dem ganzen Chaos in Mexiko die guten Nachrichten herauszufiltern. Seit dort Felipe Calderón regiert, seit September 2006, habe es im Drogenkrieg 50.000 Tote gegeben. Das, schreibt Zakaria, sei ein sehr hoher Preis: „Aber es war eben kein leichter Krieg.“ Immerhin sei es, seit Calderón die Armee gegen die Drogenkartelle aufmarschieren lasse, gelungen, mehr als vierzig Bosse zu töten. Und die drogenbedingte Mordrate, die von 2007 auf 2008 um 29 Prozent gestiegen sei, steige inzwischen nur noch um acht Prozent.

Aha. Sie fällt also nicht, sie steigt nur langsamer. Wenn das gute Nachrichten sind: Wie liest sich dann eine schlechte? Zumal selbst Zakaria glaubt, dass, wenn das mit den Erfolgen in Mexiko so weitergeht, die Kartelle nur nach Guatemala ausweichen werden. Dort regiert, seit dem vergangenen Herbst, Otto Pérez Molina, ein Ex-General und politisch konservativer Politiker, der sich noch im Wahlkampf als harter Hund inszenierte. Als aber vor zwei Wochen die Staatschefs aus Amerika sich im kolumbianischen Cartagena zum Gipfel trafen, da war es Pérez, der, gemeinsam mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos und dem angeblich so erfolgreichen Mexikaner Calderón, den Vereinigten Staaten besonders klar und deutlich bescheinigte, dass deren „war on drugs“ gescheitert sei: „Entkriminalisierung“ sei viel besser geeignet, die Macht der Drogenkartelle zu brechen, als immer mehr Feuerkraft.

Und ein Aufruf der Ex-Präsidenten Fernando Henrique Cardoso aus Brasilien, César Gaviria aus Kolumbien und Ernesto Zedillo aus Mexiko ging noch weiter: Der vierzigjährige Drogenkrieg habe verheerende Wirkungen für ganz Amerika. Weder die Produktion illegaler Drogen noch deren Konsum sei zurückgegangen. Gewalt und Korruption, vor allem in den Staaten Mittelamerikas, bewiesen nur, dass die Kriminalisierung der Drogen erst die Probleme hervorbringe, welche der Krieg gegen die Drogen dann bekämpfen solle. Lasst die Abhängigen in Ruhe, und schaut zu, dass ihr den Handel staatlich reguliert: Das ist die Forderung, der sich immer mehr lateinamerikanische Politiker, Ökonomen, Intellektuelle anschließen. Wirtschaftsexperten aus Afghanistan wie Ashraf Ghani sagen seit langem, dass die Entkriminalisierung auch in ihrem Land das einzige Mittel sei, die Macht von Mafia und Taliban zu brechen.

Präsident Obama, beim Gipfel in Cartagena, gestand den Lateinamerikanern immerhin zu, dass man über die Forderung nach Legalisierung der Drogen reden könne. Er und seine Regierung blieben allerdings dabei: So eine Legalisierung sei der falsche Weg. Wenn die vergangenen vierzig Jahre aber etwas lehren, dann ist es das: Man kann gegen Drogen keinen Krieg führen – und schon gar nicht gewinnen. Es ist also höchste Zeit, endlich mal zu prüfen, ob man mit den Drogen seinen Frieden machen kann.

* Die Straße *

Wie viele Junkies kann man eigentlich am Tag festnehmen? In einer Stadt wie Baltimore sind es ungefähr vierzig, vielleicht fünfzig, an manchen Tagen ein paar hundert. Ein paar von ihnen sitzen eine Nacht in einer Zelle im Revier, dann stehen sie wieder auf der Straße, bei all den anderen, die nicht auf ihre tägliche Dosis Heroin oder Kokain verzichten können, 50.000 bis 60.000 sind es in Baltimore, fast zehn Prozent der Einwohner. Nur für einen Bruchteil findet sich ein Platz in den überfüllten Gefängnissen der Vereinigten Staaten, wo heute schon ein Fünftel der Insassen wegen eines Drogendelikts sitzt; eine halbe Million Menschen ist das mittlerweile, 1980 waren es 41.000.

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Flut synthetischer Drogen kaum kontrollierbar

EU-Bericht:
Flut synthetischer Drogen kaum kontrollierbar

Praktisch jede Woche haben Ermittler 2011 eine neue synthetische Droge entdeckt, das sind mehr als in jedem anderen Jahr zuvor. Experten warnen: Auch wenn die Stoffe noch nicht verboten sind, kann die Einnahme tödlich sein.

Spiegel Online, 26. April 2012

Lissabon/Hamburg – Neue synthetische Drogen überfluten Europa. 49 neue psychoaktive Substanzen entdeckten Ermittler der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) im Jahr 2011. Am häufigsten stießen sie auf synthetische Cannabinoide (23 Substanzen) und künstliche Cathinone (acht Substanzen).

Bei den synthetischen Cannabinoiden handelt es sich um Substanzen, die zum Beispiel in Kräutermischungen als Joints geraucht werden, ähnlich wie Cannabis wirken und unter Namen wie “Spice” bekannt sind. Die zweite große Gruppe, die synthetischen Cathinone, können laut EBDD geschluckt, geschnupft und gespritzt werden und haben zum Beispiel eine dem Kokain oder Ecstasy vergleichbare Wirkung.

“Diese neuen Drogen sind ein internationales Problem und ihre rasante Entwicklung ist besorgniserregend”, sagte EBDD-Direktor Wolfgang Götz bei der Vorstellung des EBDD-Jahresberichts in Lissabon. Die Zahl der entdeckten Internet-Shops, bei denen mindestens eine der neuen Drogen angeboten wurde, stieg innerhalb von zwölf Monaten von 314 im Januar 2011 auf 690 zu Beginn dieses Jahres.

Solche neu aufgetauchten Drogen werden auch “Legal Highs” bezeichnet, da nicht sämtliche von ihnen verboten sind. Das liegt unter anderem daran, dass sie zunächst einmal registriert werden müssen, bevor neue Verbote erlassen werden können. Seit Einrichtung eines Frühwarnsystems im Jahr 1997 wurden EBDD und Europol mehr als 200 neue Drogen gemeldet.

Dank verbesserter Prüfmethoden seien zwar mehr der neuen Rauschmittel identifiziert worden, doch die Drogendealer seien den Behörden immer noch einen Schritt voraus, sagte EBDD-Direktor Götz.

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Lateinamerikas Staatschefs wollen die Legalisierung

AMERIKA-GIPFEL: Wir sind am Ende
Der Krieg gegen die Drogen ist gescheitert. Lateinamerikas Staatschefs wollen die Legalisierung.

„Ich bin nicht gegen jeden Krieg. Ich bin gegen dumme Kriege.“ Barack Obama hat diesen Satz als junger Senator gesagt. Er meinte damals den Irak-Feldzug, nicht den aussichtslosesten und längsten Krieg, den die USA jemals begonnen haben. Eine ganze Amtszeit lang hat Obama den war on drugs, den Krieg gegen die Drogen, unvermindert weitergeführt wie schon fünf seiner Vorgänger. Nun spürt er zum ersten Mal massiven politischen Widerstand. Nicht von einer Friedensbewegung, sondern von Amtskollegen auf dem Kontinent. Anlässlich des Gipfeltreffens der amerikanischen Staats- und Regierungschefs, das am Samstag im kolumbianischen Cartagena beginnt, fordern die lateinamerikanischen Präsidenten zum ersten Mal eine offene Debatte über die Entkriminalisierung der Drogen.

DIE ZEIT, 12.4.2012 Nr. 16
Von Andrea Böhm und Camilo Jimenez

Schon vergangenen November hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos die Strategie der Kriminalisierung als »anachronistisch« bezeichnet und eine internationale Debatte über die Legalisierung vorgeschlagen. Monate später setzte er sie auf die Agenda des Gipfels und überwand schon im Vorfeld die wichtigste Hürde: Barack Obama nahm die Einladung trotz der für ihn prekären Tagesordnung an. Eine Debatte über die Legalisierung von Drogen ist im Wahlkampf das Letzte, was er brauchen kann.

Der Krieg gegen die Drogen, so die Botschaft von Santos und seinen lateinamerikanischen Amtskollegen, ist gescheitert. Und weil dieser Krieg ein globaler ist, gilt sie nicht nur für die Schauplätze in Kolumbien, Mexiko, Guatemala oder Bolivien, sondern auch für den Rest der Welt.

Für die europäische Öffentlichkeit mag dieser gut vorbereitete Tabubruch von Cartagena überraschend kommen: Bei dem Wort Krieg denkt man in Berlin, Paris und London an Afghanistan, nicht an Mexiko, wo seit 2006 in Kämpfen zwischen kriminellen Kartellen, Militär und Polizei rund 50.000 Menschen getötet worden sind. Den Begriff des »kollabierten Staates« assoziiert man hier mit Afghanistan oder Somalia, nicht mit Guatemala oder El Salvador, wo Drogenkartelle inzwischen rund 40 Prozent des Territoriums kontrollieren.

Doch Europa sollte die Debatte in Cartagena aufmerksam verfolgen. Denn das Nein zum war on drugs geht auch mit einer Warnung an die reichen, westlichen Länder einher: Die lateinamerikanischen Nationen sind nicht mehr bereit, ihre Gesellschaften zum Kollateralschaden eines Krieges gegen Rauschmittel zu machen, deren Produktion durch die USA und Europa überhaupt erst angeheizt wird. Dort liegen, trotz steigenden Konsums im Süden, nach wie vor die weltweit größten Absatzmärkte für illegale Drogen.

Die Vorreiter der Gipfel-Initiative sind neben dem Kolumbianer Juan Manuel Santos der Bolivianer Evo Morales, Guatemalas neu gewählter Präsident Otto Pérez Molina und Mexikos aus dem Amt scheidender Staatschef Felipe Calderón. Ihre Motive, ihre politische Herkunft und ihr taktisches Kalkül könnten unterschiedlicher nicht sein. Morales, der erste indianische Staatschef seines Landes, kommt aus der politischen Bewegung der Koka-Bauern. Die von den USA forcierte Kriminalisierung des Koka-Anbaus hat er immer schon verurteilt. Pérez Molina, während des guatemaltekischen Bürgerkrieges General einer Armee, die zahlreiche Massaker an der indigenen Bevölkerung beging, gab sich noch im Wahlkampf als Hardliner im Kampf gegen Drogen. Nun, da sein Land unter der höchsten Mordrate seit dem Bürgerkrieg leidet, sieht er offenbar keine andere Möglichkeit, als neue Strategien auszuprobieren. Kolumbiens Santos will das Erbe seines politischen Ziehvaters und Vorgängers Álvaro Uribe abschütteln, der von George W. Bush sieben Milliarden Dollar für den Drogenkrieg erhielt und dieses Geld besonders in den Kampf gegen die Farc-Guerilla investierte, die schon seit Jahren Rauschgift produziert und schmuggelt.

Die radikalste Kehrtwende vollzieht auf diesem Amerika-Gipfel Felipe Calderón. Nach seinem Machtantritt 2006 hatte er das mexikanische Militär gegen die Drogenkartelle, die narcos aufmarschieren lassen – und damit einen Teufelskreis der Gewalt erzeugt.Unter den Zehntausenden von Toten sind Hunderte von Polizisten, Richtern und Staatsanwälten, die oft von jugendlichen Auftragsmördern der Kartelle getötet worden sind. Um ihre Allmacht zu demonstrieren, stellen die narcos geköpfte Leichen zur Schau oder hängen sie mit schriftlichen Warnungen von Brücken. Ihren Bewegungsradius hat Calderóns Strategie der Militarisierung keineswegs eingeschränkt. Im Gegenteil: Nach Schätzungen von Experten wie Edgardo Buscaglia von der Columbia-Universität hatten die Kartelle 2006 etwa ein Drittel aller mexikanischen Kommunen unter ihrer politischen Kontrolle. Heute sind es über 70 Prozent. In Cartagena will Calderón offenbar noch schnell den Zipfel einer vielleicht historischen Wende zu fassen bekommen, bevor seine Partei der Nationalen Aktion (PAN) im Juli einer bitteren Wahlniederlage entgegensteuert.

Mexikos Drogenkartelle kaufen ihre Waffen ganz legal in den USA

Es war Richard Nixon, der 1971 den Begriff des war on drugs prägte, und damit einen »Krieg im Krieg« ausrief. Nixon reagierte auf eine Studie über den rasant steigenden Heroin-Konsum amerikanischer Soldaten in Vietnam.

Es folgten vier Jahrzehnte der Aufrüstung und der Lebenslügen. Anti-Drogen-Behörden wurden eingerichtet und begannen zu wuchern. Drakonische Strafgesetze wurden eingeführt, nicht nur für den Handel, sondern auch für den Verbrauch. Die Justiz war bald völlig überlastet, die Gefängnisse waren überfüllt – überwiegend mit jungen afroamerikanischen Häftlingen. Denn der Gesetzgeber hatte in seiner Strafwut nie die Faktoren Hautfarbe und Einkommen außer Acht gelassen. Bis heute wird der Besitz von Crack, der Droge der (schwarzen) Unterschicht, weit härter bestraft als der Konsum von Kokain, der Droge der Reichen.

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Information statt Vorurteile

Information statt Vorurteile!
Das Drogeninfo-Projekt Drug Scouts aus Leipzig

Gerade wenn es um Jugendschutz geht, gerät das Thema Drogenkonsum in den Fokus der Öffentlichkeit. In Sachsen sorgte diesbezüglich die Drogenpolitik der Stadt Leipzig immer wieder für Diskussionen. Während Polizei und CDU diese kritisierten, begrüßten SPD, LINKE und die Grünen im Leipziger Stadtrat das Modell der akzeptierenden und aufklärenden Präventionsarbeit.

Erschienen in “Corax – Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen“, Ausgabe 1/2012

In einer Erklärung formulierten Katharina Krefft, (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN), Juliane Nagel (DIE LINKE) und Mathias Weber (SPD): “Wir halten an unserer Position fest: die drogenpolitische Strategie der Stadt Leipzig ist richtig. Sie ist politisch diskutiert, kontrolliert und flankiert. Seit Jahren gibt es auf der Handlungsebene eine gute Kommunikation und Kooperation zwischen Kommune, Vereinen und Polizei.” Zum Projekt Drug Scouts sagen sie: “Mit seinem lebensweltlichen und akzeptierenden Ansatz sind die Aufklärungsangebote der Drug Scouts bundesweit fast einmalig. Wir stehen zu diesem progressiven und wirksamen Projekt. Das vielfach gelobte Präventionsangebot der Drug Scouts wird unter anderem vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz empfohlen.“

Im CORAX äußern sich nun die Kollegen und Kolleginnen der Drugscouts zum Thema Drogenkonsum im Jugendalter und ihrer Arbeit.

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Zwischen Fachlichkeit und Symbolpolitik:
Seit einem Jahr wird über die Drogenfreundlichkeit der Stadt Leipzig diskutiert. Ein Ende ist nicht in Sicht

von Thyra Veyder-Malberg,
erschienen im Leipziger Stadtmagazin kreuzer – Ausgabe 04/2012, Seite 19

Holger Herzog steckt die drogenpolitische Debatte des vergangenen Winters noch in den Knochen. Als Geschäftsführer des Suchtzentrum Leipzig ist er unter anderem für das Projekt Drug Scouts mitverantwortlich, das damals vor allem für seinen akzeptierenden Ansatz in die Kritik geriet.

Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski hatte der Stadtverwaltung vorgeworfen, mit ihrer “Wohlfühlpolitik” Leipzig für Süchtige erst attraktiv zu machen, und damit großes mediales Echo geerntet. Dies würde die Beschaffungskriminalität in die Höhe treiben, argumentierte Wawrzynski.

Die Einseitigkeit der medialen Debatte ärgert Herzog heute noch. “Drogenkonsum i´st eine Realität, der man sich stellen muss”, sagt er. “Wenn man nur einen abstinenzorientierten Ansatz verfolgt, erreicht man viele der Betroffenen nicht.” Nur ein System aus verschiedenen Hilfsangeboten würde zum Erfolg führen. Und als Teil dieses Systems müsse man die Drug Scouts verstehen.

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„Chill Out“ bezieht offiziell neues Domizil

Zum Video auf potsdamtv.de

Flurgespräche im Freiland
„Chill Out“ bezieht offiziell sein neues Domizil

POTSDAM / TELTOWER VORSTADT – Die letzten Tage und Wochen liefen die Arbeiten noch einmal auf Hochtouren: „Es ist noch nicht alles total perfekt, aber der Großteil ist geschafft“, sagt Annett Bauer, die Vorstandsvorsitzende von „Chill Out“.

Für die Gründerin ist der Umzug des Vereins zur Förderung akzeptierender Drogenarbeit „ein Schritt nach vorn, aber auch back to the roots.“

MAZ, 03.04.2012
Von Stephan Henke

Damit meint die Vereinsgründerin, dass am alten Standort im Haus der Jugend der Draht zu den Jugendlichen verloren ging, „in den letzten Jahren hatten wir kaum Zielgruppenkontakt.“

Im Freiland soll sich das ändern, schließlich sind die Jugendlichen gleich vor Ort. Bauer verspricht sich davon auch, wieder mehr Nachwuchs an den Verein ziehen zu können. Außerdem sieht sie den Vorteil der kurzen Wege, das Freiland ist für sie „ein total cooler Knotenpunkt.“

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Die Stärkung des Ichs
Drogen- und Suchtberatungsstelle von „Chill Out“ eröffnete neues Domizil auf dem „Freiland“-Areal

PNN, 03.04.2012
von Steffi Pyanoe

Innenstadt – Die Klienten da abholen, wo sie sind – der gern zitierte Anspruch ist auch maßgeblich für die Arbeit der „Chill Out“-Mitarbeiter. Am gestrigen Montag wurde das neue Domizil des Vereins, der seit 1997 Sucht- und Drogenberatung sowie Präventionsarbeit anbietet, auf dem Freiland-Gelände in der Friedrich-Engels-Straße 22 eröffnet.

„Mit unserem offenen Haus passen wir gut hierher. Die Verzahnung von Jugendkulturarbeit und -sozialarbeit ist uns wichtig“, sagte Rüdiger Schmolke, Leiter der Suchtpräventionsfachstelle. Der Umzug aus der Schulstraße hat weiterhin den Vorteil, dass sich die Fläche der Räumlichkeiten verdoppelt: Zwei große Büro- und Besprechungsräume sowie zwei Beratungsräume erlauben Rückzugsmöglichkeiten für kleinere und größere Gruppen.

Zur Eröffnung kam neben Vertretern des Jugendhilfeausschusses und Martin Staege, Regionalleiter der Berliner Volksbank, die einen neuen Fußboden gesponsert hatte, die Bereichsleiterin regionale Kinder- und Jugendhilfe, Bärbel Stooß. 133 800 Euro bekommt der Verein in diesem Jahr von der Stadt für 2,5 Personalstellen, Betriebskosten und die Miete, die nun an „Freiland“ fließt. „Wir brauchen das Angebot des Vereins, das ist eine qualitativ hochwertige Leistung“, sagte Stooß.

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