Ecstasy (u.A. MDMA)

Szenenamen:
Adam, Cadillac, E, Essence, Eve, Love,Pille, XTC. Außerdem fungieren häufig die Motive auf den Pillen als Namensgeber (Taube, Mario, Schildkröte u.v.m.).

Substanz:
XTC taucht in vielen Formen auf: Große und kleine Kapseln, runde und flache Tabletten. Es gibt neben unterschiedlichen Motiven verschiedene Farben und Sprenkelungen: pink, weiß, braun etc.
Unter dem Namen XTC werden mehrere Substanzen verkauft, die sich in Wirkung und Dauer unterscheiden: MDMA ist ein Amphetaminderivat mit empatischer (in andere Menschen einfühlend), entactogener (aus dem Innern heraus Gefühle verstärkend), leicht antriebssteigernder und schwach halluzinogener Wirkung (etwa 3 – 5 h). MDEA („Eve“) hingegen wirkt kürzer (2 – 3 h) und gibt weniger Energie als MDMA.
MDBD ist eine Substanz mit vorrangig gefühlsverstärkender Wirkung (4 –5 h).
2 CB , das in schwacher Dosierung stimulierend und wahrnehmungsintensivierend wirkt, weist bei höherer Dosierung starke Wahrnehmungsveränderungen auf, die u.U. unangenehme Zustände von Desorientierung/Verpeilung bringen.
Die Wirkstoffmengen der angebotenen Pillen schwanken erheblich, da Ecstasy keinerlei Qualitätskontrollen unterliegt, deshalb gilt: Farbe, Form, Größe oder Motiv sagen nichts über den Inhalt aus. Du weißt nie, was du gerade kaufst ! Als mögliche Beimengungen/Streckmittel sind bereits Coffein, Atropin (Achtung!), Paracetamol (Schmerzmittel), Waschmittel oder Amphetamin (speed) festgestellt worden. Als Flop kann dir auch ein Blender (Placebo) unterkommen. Dann passiert schlimmstenfalls rein garnichts.

Wirkung:
XTC bewirkt eine Ausschüttung der körpereigenen Gefühlsdroge Serotonin aus ihren Speichern (nach ca. 20-60 min). Der E-Film beginnt zu laufen. Nach einer kurzen Anpassungsphase mit Erhöhung der Herzfrequenz, Unruhe, verstärkter Atmung und einem leichten Anstieg der Körpertemperatur breitet sich ein wohliges Körpergefühl aus. Gelegentlich wird dieses Gefühl durch eine Steifheit in den Armen, Beinen und Kinnbacken begleitet. Der Mund wird trocken und die Pupillen erweitern sich. Jetzt setzt die Hauptwirkung ein: Du fühlst dich leicht und ungehemmt. Dein Kopf ist klar. Du bist entspannt und fühlst dich weich. Barrieren fallen weg, eine gesteigerte Kommunikationsfähigkeit setzt ein. Musik wird intensiver erlebt. Harmonie und Zärtlichkeitsgefühle dominieren gegenüber Ängsten und Aggressionen. Nach ca. 3 bis 6 Stunden klingt die Wirkung ab, der Serotoninspeicher ist fast leer, es kann sein, dass du dich müde und depressiv fühlst. Neben diesen Eigenschaften bestimmt sich die XTC-Wirkung auch durch deine Einstellung und dein Wissen zum Umgang mit der Substanz, der Stimmung, in der du bist, der Umgebung, in der du dich befindest und dadurch, mit welchen Leuten du zusammen bist.

Gefahren:
XTC vermindert die Wahrnehmung von Warnsignalen des Körpers. Symptome wie Durst, Schwindel, Kopfschmerz und Herzjagen werden unterdrückt, es kann zu Kollapszuständen kommen. Dies insbesondere dann, wenn im Zusammenhang mit körperlichen Anstrengungen (Tanzmarathon) Flüssigkeitsverluste nicht ausgeglichen werden (Austrocknungsgefahr !) und / oder keine Ruhepausen (chill out) eingelegt werden.
Bei einer extrem hohen Dosis kann es zu Vergiftungserscheinungen im Körper kommen. Folgen sind dann z.B.: veränderter Blutdruck, extremer Temperaturanstieg (Fieber über 39°C), Pulsbeschleunigung bis zu 150 Schlägen pro Minute und der Ausfall der Nierenfunktion. Auftretende Symptome sind: Herzklopfen, Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Erbrechen, Panik und Halluzinationen.
Welche XTC-Wirkung tödlich wirkt, ist bisher ungeklärt und hängt immer vom Einzelfall ab. Die größte Gefahr liegt in der Substanzunkenntnis der Verbraucher !

Safer use:
XTC öffnet die Seele (Psyche). Deshalb solltest du niemals XTC schmeissen, wenn du ein psychisches Leiden hast, dich schlecht fühlst oder dich Probleme runterziehen.
XTC kann psychisch abhängig machen, auch wenn es körperlich kaum abhängig macht.
Da die negativen Wirkungen bei Dauer-Usern stark ansteigen, solltest du – wenn überhaupt – nur selten konsumieren.
Auf jeden Fall mehrere Wochen Pause einlegen.
Wer auf  XTC ist, sollte keine weiteren Drogen konsumieren – auch keinen Alkohol (schädlich und vermindert die Wirkung).
Konsumiere nie zusammen mit Medikamenten.
Nicht nachwerfen: Wenn der Mond voll ist, nimmt er ab (chinesisches Sprichwort).

1.Hilfe:
Bei Überdosierungen / Kreislaufproblemen gilt: frische Luft, kühlen, viel Wasser oder Vitamine trinken, nicht alleine lassen, Beine hochlagern und unbedingt den Arzt rufen. Bei Ängsten: beruhigen (talk down), handhalten, ruhig zureden, Frischluft einatmen und trinken. Bloss keine Panik machen! Versuche dem gerufenen Arzt Informationen über die geschluckte Pille(n) zu geben.

Geschichte:
MDMA wurde 1912 von der Firma Merck entwickelt und patentiert. Der ursprüngliche therapeutische Nutzen sollte in der Appetithemmung liegen. In den 50er und 60er Jahren benutzten dann Forscher in den USA zunächst MDMA für wissenschaftliche Zwecke im Bereich der Psychotherapie. 1986 wurde der Wirkstoff in den USA verboten.
Aufkommen und Verbreitung von XTC in Europa stehen in einem engen Zusammenhang mit der Techno- und House- Musik, die sich in den 80´er Jahren von England aus über den europäischen Kontinent ausbreitete und eine immer größere Anhängerschaft gewinnen konnte. Auf Raves (große House- und Technoparties) die in leehrstehenden oder besetzten Lagerhäusern, aber auch im Freien stattfinden, wurden und werden neben anderen Drogen auch XTC konsumiert. Die Popularität stieg seit dieser Zeit unaufhaltsam, und XTC verbreitete und etablierte sich von England aus als Partydroge in den verschiedensten Ländern Europas.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!