Heroin

Szenenamen:
H (gesprochen: Äitsch), shore, Gift,Stoff, Brown sugar, Sugar, Hongkong rocks, Red rocks

Substanz:
Heroin gehört zu den Opiaten und ist ein weißlich bis bräunliches Pulver (brown sugar), geruchsfrei und bitter im Geschmack. Der Reinheitsgrad ist extrem schwankend, was oft zu einer Überdosis (Atemlähmung), dem sog. “Goldenen Schuß” führen kann.

Heroin Nr. 1 “999” Morphinbase mit 60 – 80% Wirkstoffgehalt
Heroin Nr. 2 graues, wasserunlösliches Pulver – sehr schlechte Qualität (kaum am Markt)
Heroin Nr. 3 “brown sugar” graubraune körnige Substanz mit 30 – 40 % Wirkstoffgehalt
Heroin Nr. 4 “cat, junk, Stoff” braun – beiges oder weißes kristallines Pulver (marktbeherrschend)

Als Streckmittel werden verschiedenste Pulver, von Milchpulver über Waschmittel bis Strychnin (Rattengift) verwendet. Heroin wird in die Vene gespritzt, es wird geraucht oder auf erhitzter Alu Folie inhaliert (Chasing the Dragon – den Drachen jagen) oder geschnupft (sniefen, näseln).

Aus den weißen Blüten der einjährigen Pflanzen des Schlafmohns bilden sich in der Zeit zwischen Juli und September walnußgroße Kapseln. Papaver somniferum (lat.) heißt das Mohngewächs und stammt aus Zentral- und Kleinasien. Wenn seine Kapseln angeritzt werden, tropft Milchsaft heraus, der, angetrocknet und abgekratzt, als Rohopium bekannt ist. Opium besitzt mehr als 25 Alkaloide, unter ihnen das Morphin und Kodein.

Morphin, auch Morphium genannt, ist bis heute eines der wirkungsvollsten Schmerzmittel, zugleich aber auch eine der Substanzen, die am stärksten suchterzeugend sind.

In der Suchtwirkung wird Morphin noch übertroffen von seiner künstlich hergestellten Variante, dem Diacethylmorphin, besser bekannt als Heroin.

Wirkung:
Opiate haben eine schmerzstillende und beruhigende Wirkung. Das bekannteste Opiat ist Heroin, mit einer schmerzstillenden, beruhigenden und einschläfernden Wirkung. Es löst eine völlige Zufriedenheit und Gleichgültigkeit aus, sowie eine Steigerung des Selbstbewußtseins. Anfänglich erzeugt Heroin einen Rauschzustand, der als höchste Euphorie empfunden wird und in dieser Intensität von keiner anderen Droge erreicht wird. Unbeschwert schön und aufregend sind jedoch nur die ersten Male, was dann folgt, ist eine endlose Flucht vor der Zeit, in der die Wirkung des letzten Schusses nachläßt und immer heftiger werdenden Entzugserscheinungen weicht. Sämtliche negative Empfindungen, wie Schmerz, Leeregefühl, Sorgen, Unwille, Angst werden nach der Einnahme “zugedeckt”, hinzu kommt ein momentan spürbares Hochgefühl und Glücksgefühl / Flash.

Ein Schuß hält höchstens 4 Stunden, dann quälen körperliche Entzugserscheinungen (Affen schieben bzw. auf turkey sein), wie Zittern, Erbrechen, Krämpfe, Schmerzen, Fieber und Durchfall. Schon ein kurzzeitiger regelmäßiger Konsum kann seelische und körperliche Abhängigkeit bedeuten,es treten Entzugserscheinungen auf, wenn kein Stoff zugeführt wird.

Gefahren:
Neben Alkohol und Crack gilt Heroin als die härteste Droge überhaupt, da es das größte Suchtpotential hat.
Bei einmaliger Einnahme von sauberem Heroin (auf dem deutschen Markt kaum erhältlich) und wenn keine Überdosierung vorliegt, sind die gesundheitlichen Risiken minimal. Bei Dauereinnahme sind eine extreme körperliche Abhängigkeit, Herzerkrankungen, Zahnausfall und Persönlichkeitsstörungen fast unumgänglich. Hinzu kommen als mögliche Todesursachen meist Überdosierungen oder Mischkonsum mit Alkohol, Kokain, Medikamenten u.a..
Heroin sollte nicht mit anderen Substanzen, wie z.B. Schlafmittel, Alkohol oder anderen Psychopharmaka genommen werden, da es zu gefährlichen Wechselwirkungen führt. Die Wirkung kann tödlich enden. Insbesondere mit Valium und Rohypnol zusammen ist die Gefahr einer Atemlähmung stark erhöht.

Durch verunreinigtes Heroin (am Markt üblich) und mangelnder Hygiene beim Spritzen (nicht sterile Nadeln) kann man sich Abzesse, Geschwüre und Hautkrankheiten zuziehen. Vor allem besteht bei gemeinschaftlichem Benutzen der Injektionsnadeln ein hohes Risiko, sich mit Hepatitis (Gelbsucht) oder HIV (AIDS) zu infizieren. Akute Gefahren sind Bewußtlosigkeit (Ersticken am Erbrochenen), Atemlähmung, Herzschwäche mit Todesfolge. Bei Dauergebrauch können Magen-, Darmstörungen, Lebererkrankungen (wie Hepatitis C bis hin zur Lebercirrhose oder Leberkrebs), Persönlichkeitsabbau, Abmagerung bis hin zum körperlichen Verfall auftreten.

Soziale Folgen: Das soziale Umfeld wird zunehmend vernachlässigt, da die Droge im Mittelpunkt allen Denkens und Fühlens steht. Nicht nur eine Abgrenzung von der Außenwelt, sondern auch ein starker Verlust jeglichen Realitätsbezugs führen zu starker Vereinsamung und völliger Verelendung. Durch Beschaffungskriminalität und Prostitution entstehen weitere massive Probleme.

Zitat eines Junkie: “Wie soll ich Vertrauen in einen Staat haben, der mich zur Befriedigung meiner Sehnsüchte und Träume zu Kriminellen schickt. Während sie ihr Bier und Schnaps im Laden kaufen können. Was ist das für eine Gesellschaft, die aus ihrer Jugend Verbrecher macht?”

Safer use:
In ruhiger Umgebung, in stressarmer, angenehmer Atmosphäre läßt sich risikoärmer konsumieren.
Mit starkem Affen (auf turkey) im Rücken passieren die meisten Injektionsverletzungen.
Vor dem Schuß zu rauchen oder zu sniefen, kann Dir den Affen relativ schnell mildern und Verletzungen vermeiden helfen.
Drücke nicht alleine, dass Dir im Notfall geholfen werden kann.
Stets für ausreichenden Vorrat an sterilen Spritzen, Nadeln, Tupfern u.a. Utensilien sorgen!
Eine risikomindernde Alternative zum Spritzen ist das Rauchen von der Folie, wenn diese vorher ausgeglüht wurde (sonst zusätzliche Vergiftungsgefahr).
Optimaler Infektionsschutz und Schutz vor Überdosierung sowie relativer Schutz vor unerwünschten Beimengungen werden auf diese Art und Weise miteinander verbunden.
Wenn Du auf das Fixen nicht verzichten kannst, dann benutze nur Dein eigenes Spritzbesteck (kein Needle sharing – gemeinsames Benutzen von einer Nadel oder Pumpe), teste den Stoff und drücke langsam.
Infektionsprophylaxe durch geeignete Impfungen (Hepatitis A,B sowie Tetanus) sind zu Deinem Schutz ratsam.
Bei Verdacht auf schwere Infektionen : Arzt aufsuchen.
Nach dem Gebrauch von Heroin gilt immer: Safer Sex!

1.Hilfe:
Bei Überdosis “Naloxon” intravenös injizieren, notfalls Speed oder Adrenalin. Eine Überdosis ist meist an Miosis (stecknadelkopfgroße Pupillen) und einer Atemstörung erkennbar. Bei Atemlähmung, wenn kein Gegenmittel vorhanden ist, dann künstlich beatmen bis Notarzt eintrifft. Bei Verdacht auf Überdosis immer Notarzt (Tel. 112) rufen und Situation schildern. Der Arzt hat Schweigepflicht. Du kannst immer etwas tun, auch wenn Du selbst Drogen genommen hast; Hilf dem anderen – Du kannst der nächste sein!

 

Geschichte:
Mohn ist als opiatträchtige Pflanze in Europa schon seit 4000 Jahren bekannt. In verschiedenen Epochen spielten Opiate eine bedeutende kulturelle Rolle, vor allem in China, Persien und Nordafrika. Älteste Zeugnisse belegen die Verwendung von Mohn als Rauschmittel bei den Sumerern schon vor 6000 Jahren, in Europa seit etwa 4000 Jahren. Von Ägypten gelang die Droge über Griechenland nach Westen. So empfahl 1600 v.Chr. ein ägyptischer Arzt die sofortige Wirkung des Mohnsaftes gegen Kindergeschrei. Der Mohnsaft war in der Antike ein beliebtes Therapeutikum. Es wurde in großem Umfang eingesetzt, seine Indikation reichte von Magenschmerzen, Zahnschmerzen bis hin zu Hysterie bei Frauen. Galen (129-199), der berühmte Arzt, der bis ins späte Mittelalter großen Einfluß auf die Medizin hatte, beschrieb es als die “wirksamste aller Medizinen”, sowohl “für den Körper als auch für den Geist”.

Berühmte Opiumsüchtige scheint es in der Antike einige gegeben zu haben: Von Alexander dem Großen, über Mithridates von Pontos bis hin zu Kaiser Nero. Fest steht, daß nicht nur Reiche und Privilegierte den Opiumrausch gesucht haben, so gab es 312 n.Chr. in Rom 793 Verkaufsstellen für den Suchtstoff.

Im sechsten und siebten Jahrhundert brachten die Araber das Opium auf ihren Kriegszügen nach Persien, Indien und China. Während im arabischen Raum Opiate kaum eine Rolle spielten, gelangte der Opiumkonsum in Persien im 19. Jahrhundert zur ersten “Blüte”. In China verbreitete sich das Opium stark, bereits seit dem 17. Jahrhundert. Es wurde dort bis zum 19. Jahrhundert zum sprichwörtlichen “Opium für das Volk”.

Heroin wurde 1875 zum ersten mal hergestellt und 1898 von der Firma Bayer als Hustenmittel auf den Markt gebracht. Um 1900 gab man Heroin auch an Morphinabhängige und verwendete es als Schmerzmittel. Zu dieser Zeit war man noch der Meinung, daß Heroin nicht süchtig macht. Erst 1912 wurde Heroin verschreibungspflichtig und seit 1929 unterliegt es in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz. Nach dem ersten Weltkrieg wurde – besonders in Amerika und im Mittelmeerraum (Ägypten) – Heroin zur “Volksseuche” der westlichen Welt. Um 1925 zahlten beispielsweise viele ägyptische Unternehmer ihren Arbeitern den Wochenlohn in Form von Heroin. Morphin wird heute noch als Schmerzmittel eingesetzt, obwohl es genauso schnell abhängig macht wie Heroin, wobei Heroin das bessere Schmerzmittel ist, vor allem für Herzinfakt-Patienten. Heroin wirkt schneller und hat in seiner reinen Form nicht so viele Nebenwirkungen.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!