Poppers

 Szenenamen:

„Jungle Juice“, „Explosive“, „Geilmacher“

 Substanz:
Wirkstoffe sind Amylnitrit und Butylnitrit. Zusatzstoffe sind organische Lösungsmittel. Seit den 60er Jahren dient es in ursprünglicher Form als Gegenmittel bei Blausäurevergiftungen. Um das Arzneimittelgesetz zu umgehen, werden leicht abgewandelte Stoffe ( z.B. Isoamylnitrit ) verwendet. Poppers verdampft wegen seines niedrigen Siedepunkts schon bei Zimmertemperatur und wird direkt aus dem Fläschchen oder von einem Wattebausch inhaliert.

 Wirkung:
Der Rausch setzt nach 10 – 60 Sek. für 3 – 5 min. ein. Poppers wirkt stark gefäßerweiternd und krampflösend. Das Berührungsempfinden ( Tastsinn ) ist erhöht. Ein deutliches Wärmegefühl breitet sich aus. Das sexuelle Empfinden ist erhöht. Kurzzeitnebenwirkungen können Hustenreiz, erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Hitzegefühl auf der Haut, Gefäßerweiterung und Sauerstoffmangel im Gehirn sein. Gelegentlich treten Kopfschmerzen auf.

 Gefahren:
Der Konsum von Poppers ist besonders gefährlich während oder einige Wochen nach einer Lungenentzündung. In Abhängigkeit von der Dosierung ist kurzzeitiger Bewußtseinsverlust möglich.
Poppers darf auf gar keinen Fall getrunken werden – Lebensgefahr!
Niemals zusammen mit Viagra einnehmen! Poppers kann psychisch abhängig machen. Durch den häufigen Gebrauch können Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden. Impotenz ist möglich. Von Mischkonsum mit anderen Drogen ist abzuraten. Haut und Schleimhäute können gereizt werden, was zu einer Allergie führen kann.

 Safer use:
Personen mit Atemwegserkrankungen und Herzrhythmusstörungen sollten auf den Konsum von Poppers verzichten.
Unbedingt Safer Sex praktizieren.
Auf die Dosis achten, sonst besteht die Gefahr eines Kollaps´.
Kontakt mit den Augen vermeiden, da es zu Verätzungen führen kann.
Poppers ist leicht entzündbar! Vorsicht beim Umgang mit offenem Feuer!
Nicht in der Nähe von Lebensmitteln aufbewahren, es strömt immer etwas Poppers aus – Vergiftungsgefahr!

 1.Hilfe:
Bei Kollaps sofort den Arzt ( 112 ) rufen!
Starker Blutdruckabfall ist möglich –
Bei Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten unverzüglich abspülen und einen Arzt aufsuchen.

 Geschichte:
In den 40er und 50er Jahren wurde Amylnitrit zur Behandlung von Angina Pectoris, einer Verengung der Herzkranzgefäße, eingesetzt. Aufgrund seiner Nebenwirkungen und der Verfügbarkeit besserer Medikamente dient es seit den 60er Jahren nur noch als Gegenmittel bei Blausäurevergiftungen. Amylnitrite wurden schon seit Jahrzehnten gegen Angina Pectoris, einer Herzkrankheit gebraucht. Sie waren Jahrzehnte lang ein auf Rezept zu habendes Arzneimittel. Andere Nitrite, vor allem das Butyl und Isobutyl, sind erst seit 30 Jahren die wichtigsten Bestandteile von Produkten, die als Inhaltsstoffe in Videokopfreinigern oder Zimmerdüften bekannt sind.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivation zum Drogenkonsum! Poppers unterliegt dem Arzneimittelgesetz und darf nur als solches gehandelt werden!