Speed (Amphetamin)

 Szenenamen:
A, AN 1, Arbeiterkoks, bennies, Black Beauty, Cappies, Capis (Captagon), Co-pilots, Crank, Crystal (Methamphetamin), Ice (Methamphetamin), Kristall (Methamphetamin), Los Angeles turnarounds, oranges, Peppen, Peppers, Pep Pilots, Pink Football, Power, Reaktivan, Ritas (Ritalin), Speed, Tradon, Uppers, Ups, Vitamin A, Weckmittel

 Substanz:
Unter Speed versteht man Zubereitungen, die das vollsynthetische Amphetamin und Methamphetamin enthalten. Bei beiden Wirkstoffen handelt es sich um stark aufputschende, kokainähnliche Psychostimulanzien. Speed wird meistens als weißes, kristallines Pulver angeboten. Seltener ist es als Pille oder Kapsel auf dem Markt. Speed wird am häufigsten gesnieft oder als Pille/Kapsel eingenommen. Eine riskantere Konsumform ist das Rauchen der freien Metampetaminbase („Ice“). Bei Analysen von Speed (Eve & Rave 1996) schwankte der Amphetamingehalt zwischen 11 und 83 %,  durchschnittlich waren 25% Metamphetamin, 15% Amphetamin, 15% Ephidrin, 15% Koffein und 30% Verschnittstoffe (Milchpulver, Waschpulver, Traubenzucker u.a.) enthalten. Amphetamine haben ein geringes körperliches und ein hohes psychisches Abhängigkeitspotential.

 Wirkung:
Beim Konsum von Speed kommt es zum Blutdruckanstieg und einer Beschleunigung der Herzfrequenz verbunden mit einer Erhöhung der Körpertemperatur. Die Bronchialmuskulatur ist entspannt und der Atemrhythmus gesteigert. Es kommt zu einer verstärkten motorischen Aktivität, erhöhter Leistungsbereitschaft und gesteigertem Rededrang. Eine erhöhte Aufmerksamkeit (Wachheit) und ein gesteigertes Selbstbewußtsein (Stärke/ Euphorie) gehen mit der Verminderung von Schmerzempfinden, Hungergefühl und der Wahrnehmung von Müdigkeit einher. Unter Speed bist du in der Lage, extreme körperliche Belastungen auszuhalten. Es ist möglich, mehrere Tage durchzutanzen, zu arbeiten oder sportliche Leistungen zu vollbringen. Die Wirkdauer beträgt ca. 12- 30 Stunden!

 Gefahren:
Amphetaminkonsum setzt deinen Körper extremen Belastungen aus. Dreißig Stunden ohne Schlaf bei gleichzeitiger körperlicher Belastung bringt jeden Menschen an seine Leistungsgrenze. Nach übermäßigem Speedgebrauch sind Infarkte (Herz und Hirn), Krampfanfälle und Kreislaufzusammenbrüche beobachtet worden.
Beim Abklingen der Wirkung können Depressionen auftreten, welche mit Schlafstörungen einhergehen.

Chronischer Konsum führt häufig zu Gereiztheit und möglicherweise zu gesteigerter Aggressivität. Auch ist das Auftreten einer sogenannten Amphetaminpsychose denkbar.

Der Gebrauch von Amphetaminen bringt sehr schnell eine Toleranzbildung mit sich. Dies bedeutet, daß du immer mehr Stoff konsumieren mußt, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Bei regelmäßigem Gebrauch zehrt Speed deinen Körper aus. Ein weiteres Risiko liegt in den unterschiedlichen Verschnittstoffen, die dir nicht bekannt sind und unter Umständen zu starken Nebenwirkungen (z.B. Strychnin) führen können.

Safer use:
Menschen mit Bluthochdruck, Krampfleiden, Herzerkrankungen oder psychischen Problemen sollten unbedingt auf den Konsum verzichten.
Während des Rausches sollten keine Fahrzeuge geführt werden.
Du gefährdest dich und andere !

Den Mischkonsum mit anderen Drogen (speziell Alkohol und Schlafmittel) solltest du auf jeden Fall vermeiden. Vergiftungsgefahr!!!
Beim Sniefen ist auf den Tausch von Röhrchen zu verzichten (Infektionsgefahr mit HIV oder Hepatitis), ebenso auf das gemeinsame Nutzen von Spritzbestecken beim intravenösen Konsum.
Auch beim Gebrauch von Amphetaminen mußt du auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Aufnahme von Vitaminen achten, dies kann unter Umständen Risiken herabsetzen.

 1.Hilfe:
Wenn Du siehst, daß jemand Probleme nach der Drogeneinnahme hat, dann führe den Menschen an einen geschützten Ort, bleibe bei ihm und versuche es ihm behaglich zu machen.

Gegen Muskelzittern und -krämpfe hilft die Verabreichung einer Traubenzuckerlösung.

Bei Ängsten und panischen Reaktionen hilft es, wenn Du beruhigend auf die Person einwirkst.

Bei Kreislaufproblemen sollte sich die Person hinlegen und die Beine hoch halten. Sie sollten höher liegen als der Kopf, der sich in Seitenlage befindet. Sorge für Frischluft.

Wenn jemand nach der Einnahme von Drogen kollabiert – die Augen rollen nach hinten, die Atmung geht unregelmäßig, kalter Schweiß tritt auf -, dann sorge für frische Luft und absolute Ruhe. Bringe die Person in die stabile Seitenlage und kontrolliere Atmung und Puls.

Bleibe bei der in Not geratenen Person. Wenn Du Hilfe brauchst, rufe einen Notarzt (Nummer 112) und beschreibe, was vorgefallen ist. Versuche möglicherweise Reste der Substanz für den Arzt sicherzustellen !

Geschichte:
Amphetamin wurde erstmals 1887 synthetisiert. Für medizinische Zwecke wurde es erst Anfang der dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts als Asthmamittel (Handelsname: Benzedrin) wiederentdeckt.
Das Ausmaß der nicht-medizinischen Anwendung scheint mit den besonderen Anforderungen und Lebensbedingungen “der Menschen in ihrer Zeit” einherzugehen, und zwar völlig unabhängig von den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Studenten waren mal wieder die ersten – und sie benutz(t)en die leistungssteigernde Wirkung des Amphetamins, um ihrem Prüfungsstress zu begegnen. Lastwagenfahrer, Manager, Ärzte und Polizisten nehmen Speed, um der berufsbedingten pysischen und psychischen Dauerbelastung stand zu halten, Leistungssportler, um ihre Konkurrenz abzuhängen (einige zahlten dafür mit ihrem Leben durch den sogenannten Dopingtod) und Frauen bedienen sich der appetitzügelnden Wirkung der Amphetamine um dem “Schönheitsdiktat” ihrer (Ehe)Männer zu genügen.

Während des zweiten Weltkriegs kam es zu einem beispiellosen Anstieg des Amphetamin-Konsums. Vor allem in den amerikanischen, japanischen und deutschen Streitkräften wurden Amphetamine in großen Mengen an die Soldaten verteilt, um deren Leistungsfähigkeit zu steigern und die Moral der Truppen zu stärken. Auch der sich anschließende Wiederaufbau wurde durch Amphetamine “beschleunigt”. Seitdem läuft die Mittelstandsdroge Speed in vielen Lebensbereichen der unterschiedlichsten Anwendergruppen unauffällig mit.
Eine besonders starke Verbreitung in der “Normalbevölkerung” finden heute der Konsum von Amphetaminen in der Arbeits- und Leistungsgesellschaft Japans.

In der experimentierfreudigen Technoszene werden Amphetamine vor allem zum nächtelangen Durchraven eingesetzt und die “Hochleistungspartys” der Gabba-Szene wären ohne Speed sicherlich nicht das, was sie nun mal sind. Speed kommt aber auch am Montagmorgen zur Anwendung, wenn man nach durchgefeierten Wochenenden wieder fit für den Arbeits- und Schulalltag seien möchte.

1938 wurde das Pervitin (Metamphetamin) von den Temmler- Werken auf den deutschen Markt gebracht. Schon 1941 wurde es dem damals gültigen Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Die Substanz wurde beispielsweise auf Langstreckenflügen von Bomberpiloten eingenommen.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!