Daten und Zahlen

An dieser Stelle haben wir für sie zusammengefasst, welche Studien relevantes Zahlenmaterial über das Konsumverhalten junger Menschen hergeben und an denen sich die Zielstellung der Drogen- und Suchtpolitik orientieren sollte.

Die Datenlage über die Verbreitung von psychoaktiven Substanzen in Potsdam und Brandenburg ist insgesamt dürftig. In Bezug auf die so genannten nichtstofflichen Risikoverhaltensweisen und Abhängigkeiten gilt dies für ganz Deutschland.

Folgende Studien geben relevantes Material für Deutschland und Brandenburg her:

BZgA-Studie „Drogenaffinität Jugendlicher in Deutschland“

Alle drei bis vier Jahre befragt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Rahmen der „Drogenaffinitätsstudie“ 12- bis 25-Jährige in ganz Deutschland zu ihrem Konsum psychoaktiver Substanzen. Zu Alkohol und Tabak werden die jungen Menschen sogar öfter befragt. Durch die immer wiederkehrenden Fragen können bezüglich der wichtigsten Konsummuster langfristige Trends abgebildet werden. Die Zahlen gegen allerdings keine regionalen Unterschiede oder kurzfristige Trends wieder. Zudem können nur für die am meisten verbreiteten Drogen (Alkohol, Tabak, Cannabis) valide Zahlen abgebildet werden – schon bei Ecstasy, Heroin und Kokain liegen nur Schätzwerte vor.

Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie (2011) finden Sie zum Download hier [PDF 450 KB]. Zentrale Ergebnisse der Studie finden Sie in diesem Infoblatt [PDF 66 KB].

Rauchen gilt als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Der Anteil der Raucherinnen und Raucher im Alter von 12 bis 17 Jahren hat sich seit 2001 mehr als halbiert und ist von 27,5 % auf 12,9 % im Jahr 2010 zurückgegangen.

Alkohol ist die bei Kindern und Jugendlichen am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz. Der regelmäßige, das heißt mindestens wöchentliche, Alkoholkonsum ist bei den 12- bis 17-Jährigen von 17,9 % im Jahr 2001 auf 14,2 % im Jahr 2011 deutlich zurückgegangen. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 bis 25 Jahren ist gegenüber 2001 keine Veränderung zu verzeichnen (39,8 %). Rauschtrinken (Binge Trinken), d.h. der Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Trinkgelegenheit, ist nur teilweise rückläufig. Gaben 2004 noch 22,6 % der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen an, in den letzten 30 Tagen Rauschtrinken praktiziert zu haben (30-Tage-Prävalenz), so ist diese Quote im Jahr 2011 auf 15,2 % signifikant zurückgegangen. Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt die 30-Tage-Prävalenz des Rauschtrinkens im Jahr 2011 bei 41,9 % und ist damit fast unverändert hoch wie im Jahr 2004 (43,5 %).

Die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit im Jahr 2009 erstellte Studie „Einflussfaktoren, Motivation und Anreize zum Rauschtrinken bei Jugendlichen“ [PDF 360 KB] gibt interessante Aufschlüsse über das Trinkverhalten, Lösungsansätze und Bewältigungsmuster von Seiten der Jugendlichen und Präventionsempfehlungen.

Eine Analyse der Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) zum Alkoholkonsum im Kindes- und Jugendalter [PDF 100 KB] nahm insbesondere die sozialen und physiologischen Faktoren des schädlichen Konsums von Alkohol unter Kindern und Jugendlichen in den Blick.

Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum

BJS I – Schülerbefragung 2005

Der Arbeitskreis Daten/Berichterstattung setzte im Auftrag der Landessuchtkonferenz beim Ministerium für Gesundheit (MASGF) im Frühjahr 2005 in drei kreisfreien Städten und fünf Landkreisen erstmals einen Fragebogen zur Verbreitung des Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsums unter Brandenburger Schülerinnen und Schülern der 10. Klassenstufe ein.

Auf einer Pressekonferenz am 05. September 2005 stellte Ministerin Ziegler die Ergebnisse der ersten Erhebung (2004) vor.

Hier finden sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse von 2004.

Hier finden sie den Bericht der Befragung „Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum 2004“ zum Download [PDF 572 KB].

Die Befragung wurde 2008 wiederholt, so dass 2009 erstmals Vergleichszahlen im Zeitverlauf vorliegen. An der Wiederholungsbefragung nahmen 9.400 Brandenburger SchülerInnen der 10. Klassen aus 14 Landkreisen und kreisfreien Städten teil.

Den Fragebogen zur Studie finden sie zum Download hier [PDF 135 KB].

BJS II – Die wichtigsten Ergebnisse aus der Schülerbefragung von 2008 gegenüber denen von 2004:

  • Vergleicht man die Ergebnisse der beiden Schülerbefragungen zeigt  sich ein Rückgang in den Raucherquoten bei Jungen um 9% und bei Mädchen um 12%
  • Das durchschnittliche Einstiegsalter ist innerhalb von vier Jahren von 13,1 auf 13,3 Jahre gestiegen.
  • Der Anteil von  Rauchern in Förderschulen (36,6%) ist fast viermal höher als in Gymnasien (10,0%)
  • Eine Reduktion des regelmäßigen Alkoholkonsums ist bei Mädchen um 27% und bei den Jungen um 15% erreicht.
  • Das Durchschnittsalter für den ersten Rausch ist von 13,8 auf 14,0 Jahre gestiegen.

Die wichtigsten Studienergebnisse und das Design der Befragung 2008 sind in einer Ausgabe des Magazins inpuncto nachzulesen [Download von der Website des LASV: PDF 1,2 MB].

Die vollständige Studie 2008 für das Land Brandenburg finden sie zum Download hier [PDF 160 KB].

Die Auswertung für die Landeshauptstadt Potsdam finden sie zum Download hier [PDF 600 KB].

BJS III – Schülerbefragung 2012 

Am 14.10.2013 stellte die Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz die ersten Ergebnisse der 3. BJS-Befragung „Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum [PDF 730 KB] vor.
Die Pressemappe können Sie hier downloaden [PDF 350 KB].
Die Pressemitteilung der Ministerin finden Sie hier auf mugv.brandenburg.de

ESPAD-Studie

Daten über das Konsumverhalten von Brandenburger Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klassenstufe liefert regelmäßig alle drei bis vier Jahre die Schülerstudie „European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs“ (ESPAD).

Der „Key Result Generator“ auf der Website des Projekts bietet die interessante Möglichkeit, die Werte aus Deutschland mit denen anderer teilnehmender Länder zu vergleichen.

Befragung 2007:

Den Bericht der Erhebungen in Deutschland (2007) können sie hier downloaden [PDF 1,2 MB].

Die Brandenburger Landesstelle für Suchtfragen (BLS) extrahierte hieraus die wichtigsten Brandenburger Ergebnisse in einer Kurzfassung der Studie [PDF 74 KB].

Befragung 2011:

In der Befragung 2011 gaben die Schülerinnen und Schüler gegenüber 2007 einen deutlich geringeren Konsum von Alkohol und Tabak an. Dabei sind die Zahlen für Brandenburg vergleichsweise hoch, der Konsum ist insgesamt stark vom Bildungsniveau abhängig.

Den Bericht der Erhebungen in Deutschland (2011) können sie hier downloaden [PDF 2 MB].

Die Brandenburger Ergebnisse können sie hier downloaden [PDF 330 KB].

Die MAZ berichtete am 16.03.2012 von der Befragung [mehr…].

HBSC-Studie

Daten über das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen von 9 bis 17 Jahren liefert die weltweit durchgeführte Studie „Health Behaviour in School-Aged Children“. Allerdings liegen auch hier keine Daten für Brandenburg vor. Die Berichte der deutschen Sektion der HBSC-Studie finden sie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts.

KIGGS

Umfassende Ergebnisse über das Konsumverhalten und die Verbreitung von Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter liefert das Kinder- und Jugendgesundheits-Survey (KIGGS).
Die KIGGS-Ergebnisse zum Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum von Jugendlichen in Deutschland finden sie als PDF zum Download hier.

Hier finden sie weitere Aspekte der KIGGS-Studie (wie die Verbreitung von Essstörungen, Risiken und Ressourcen für die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie die Arzneimittelanwendung bei Kindern und Jugendlichen).

EBDD und DBDD

Zahlenmaterial bieten auch die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD, engl. EMCDDA) und ihr Ableger in Deutschland, die Deutsche Referenzstelle für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)

Forschungsinstitute

Empirische Forschungsergebnisse darüber hinaus werden in Deutschland vor allen folgenden Forschungsinstitutionen erhoben: